Aktuelles

EURO BEHINDERTEN-WC SCHLÜSSEL

Achtung: kann nur von bezugsberechtigten Personen bestellt werden.
Der Euroschlüssel ist ein 1986 vom CBF Darmstadt – Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung e. V. – eingeführtes, inzwischen über die Landesgrenzen hinaus genutztes Schließsystem, das es körperlich beeinträchtigten Menschen ermöglicht, mit einem Einheitsschlüssel selbständig Zugang zu behindertengerechten sanitären Anlagen und Einrichtungen zu erhalten, z. B. an teilnehmenden Autobahn- und Bahnhofstoiletten, aber auch für öffentliche Toiletten in Fußgängerzonen, Museen oder Behörden.
Bezugsberechtigung
Der Schlüssel wird ausschließlich an Menschen ausgehändigt, die auf behindertengerechte Toiletten angewiesen sind.
Der deutsche Schwerbehindertenausweis gilt als Berechtigung, wenn
• das Merkzeichen: aG, B, H, oder BL
• oder das Merkzeichen G und der GdB ab 70 und aufwärts enthalten ist.
Bezugsberechtigt sind weiterhin:
-schwer/ außergewöhnlich Gehbehinderte;
-Rollstuhlfahrer;
-Stomaträger;
-Blinde;
-Schwerbehinderte, die hilfsbedürftig sind und gegebenenfalls eine Hilfsperson brauchen;
an Multipler Sklerose, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa Erkrankte und Menschen mit chronischer Blasen- /Darmerkrankung.
Der ärztliche Nachweis wird immer dann als ausreichend angesehen, wenn eine Behinderung nicht anders nachgewiesen werden kann. Dies gilt im Besonderen für Personen aus Ländern, die über kein vergleichbares Ausweissystem verfügen. Hier kann auch der europäische Parkausweis für Schwerbehinderte als Nachweis gelten.

Hier zu bestellen:

https://cbf-da.de/de/shop/euro-wc-schluessel/bezugsberechtigung/

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Speyerer MS-Kranke: Das Leben ist schön

Bettina Wissert: Leiterin der Speyerer Selbsthilfegruppe der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)

„Multiple Sklerose ist die Krankheit mit 1000 Gesichtern“, erklärt Bettina Wissert. Seit Oktober ist die 46-jährige Krankenschwester die neue Leiterin der Speyerer Selbsthilfegruppe der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG).

Von Narin Ugrasaner

Am 30. Mai ist Welt-MS-Tag. Wissert hat ein zentrales Anliegen: Unsicherheiten und Ängste vor den „MS-Mythen“ zu nehmen. Denn aus Erfahrung weiß sie: sich mit Betroffenen auszutauschen, hilft. Werde ich ab morgen nicht mehr laufen können? Nicht mehr sehen oder hören, nichts mehr spüren? Werde ich lange im Krankenstand sein? Daraufhin meinen Job verlieren? Ist Multiple Sklerose (MS) erblich? Werde ich einen Rollstuhl brauchen? Wie gehe ich mit den Erschöpfungs- und Ermüdungssymptomen um? Darf ich Sport machen? Was hilft mir denn nun wirklich? Die Gedankenspirale aus Unsicherheiten verängstige. „Viele MS-Erkrankte wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen“, erklärt Wissert.

Weiter Sport machen

Die „Neue“ folgt auf Ute Germann, die viele Jahre die Gruppe geleitet hat. Sie ist selbst betroffen. Bei ihrem letzten schweren MS-Schub, also einer neurologischen Störung, war ihr Gehvermögen eingeschränkt, temporär. Nach drei Monaten Krankenstand, Reha-Maßnahmen und zahlreichen Tipps hat sich ihr Zustand verbessert. „MS kann nicht mit Muskelschwund gleichgesetzt werden. Man soll und muss weiter Sport machen“, erklärt sie. MS sei eine chronisch-entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark, so die Speyererin. Zwar sei es auch eine Erkrankung, die zu einer Behinderung führen könne, aber das müsse nicht sein. Und wenn es für sie selbst mit dem Gehen doch schwierig werde, greife sie zu Nordic-Walking-Stöcken oder zu einer Gehhilfe. Sie plane Pausen ein. Es gebe Lösungen. „Ich lebe mit der Krankheit“, sagt sie, „und die Krankheit muss nicht mein Leben bestimmen“.

Grundsätzlich geht Wissert bereits seit ihrer Diagnose im Alter von 31 Jahren offen und kommunikativ mit der Erkrankung um. Es sei eine neue Herausforderung, der sie sich stellen und wofür sie eine Lösung habe finden müssen. Also informierte sie sich, zog sich nicht zurück. Erfuhr Unterstützung von Familie und Freuden – und trat 2009 der Selbsthilfegruppe bei, seit 2011 war sie im Leitungsteam. „Ich habe bei einer Reha gemerkt, dass mir der Austausch mit Menschen, die dieselbe Erkrankung haben, gutgetan hat“, erzählt sie. Sie habe in der Selbsthilfegruppe neue Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen, empfand es als aufbauend, hörte: „Das Leben ist so schön, wir haben es geschenkt bekommen, um zu leben.“ Das habe sie motiviert, dran zu bleiben und sich zu engagieren. „Bei uns wird nicht gejammert“, sagt sie, „wir tauschen uns aus, planen Ausflüge, gehen ins Theater, besuchen Museen.“

Der beste Umgang

Auch ihre Kollegen und ihr Arbeitgeber wüssten von ihrer Erkrankung. „Sie wissen auch, dass ich öfter kurze Pause brauche“, erzählt Wissert von der Fatigue, der Erschöpfungs- und Ermüdungserscheinung, die ein häufiges Symptom der MS ist und Erkrankte dauerhaft beeinträchtige, und auch den Berufsalltag erschwere. „Man muss sich konkret Pausen einteilen“, erzählt sie von ihrem Alltag. In ihrer Freizeit male, nähe und stricke sie gerne, auch in der Gruppe, und sie nehme Gesangsunterricht in der Musikschule in Speyer.

Wissert möchte gemeinsam mit den 14 Mitgliedern Hilfestellung für den Alltag geben und Tipps vermitteln. Zum Mitmachen motivieren, Vorträge und Veranstaltungen anbieten, gemeinsame Sportveranstaltungen initiieren, Infostände planen, mit anderen Gruppen beeinträchtigter Menschen zusammenarbeiten, Ansprechpartner sein. Ein wichtiges Thema sei: Betroffenen helfen, herauszufinden, was individuell für den Erkrankten der beste Umgang mit seiner eigenen MS sei – mit „Meiner Süßen“ oder „Madame Sabotage“ – der Krankheit mit 1000 Gesichtern.

Kontakt


Hannah Heller, Bundestagskandidatin von B90/Die Grünen im Wahlkreis Speyer-Neustadt startet eine Reihe mit Menschen in systemrelevanten Berufen. Von der Altenpflegerin über den Polizisten, den Supermarktkassierer bis zur Busfahrerin geht es in dieser Reihe um die Perspektive von Menschen, die auch während Lock-Downs weiter arbeiten mussten, um die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Was machen sie in ihrem beruflichen Alltag? Wie war die Zeit während Corona für diese Berufsgruppen? Und was muss sich politisch verändern, damit Arbeitsbedingungen in diesen Berufen besser werden? Diesen Fragen wird Hannah Heller immer mittwochs um 18 Uhr auf ihrem Youtube Kanal nachgehen. Schaltet euch ein! Am 4.8. um 18 Uhr war ich im gespräch mit Bettina Wissert, einer Krankenschwester und Arbeitnehmervertreterin.